Re: Das Leipziger Fußballdrama
Verfasst: 21.08.2015 06:33
Finde ich gut. Damit schmälert man den Marketingeffekt aka Vereinszweck.
Warum sollte der FC St. Pauli das Markenlogo eines Getränkeunternehmens kostenlos auf seiner HP präsentieren? Dafür gibt es keinen Grund. Andere Firmen, die mit Werbung auf der Vereins-HP vertreten sind, zahlen dafür schließlich Geld. Und zudem darf sich der Verein doch wohl aussuchen, welche Firmen er als Werbe-Partner auf seine HP haben will.BöllerB hat geschrieben:Der FC St.Pauli versucht etwas für die eigene Marke zu tun und verzichtet kurz vor dem Spiel gegen Leipzig auf seiner Homepage auf das RB Logo: http://www.fcstpauli.com/home/news" onclick="window.open(this.href);return false;
Ich fänds extrem lustig, wenn Skenderbeu Korca schafft, worum sich RB Salzburg seit langem vergeblich bemüht. Das Zusammenhang ist dabei, dass die vom Boss von Red Bull Albanien gesponsort werden. Zudem wäre Skenderbeu Korce auch bei einem Scheitern in der CL-Quali für die EL qualifiziert. Auch dafür muss sich RB Salzburg derzeit gewaltig strecken. Dinamo Minsk besiegte die gestern mit 2:0
Die "Aktion" dargestellte Pressegeschichte ist übrigens eher eine Sommerlochnummer. Meines Wissens war dieses Logo noch nie auf der FCSP-Webseite zu sehen, also auch letztes Jahr schon nicht. Es hat niemand kruzfristig irgendwas rausgenommen. Davon mal abgesehen, bei Fortuna Düsseldorf wurde nach meiner Erinnerung nichtmal der Vereinsname auf die Eintrittskarte (und Anzeigetafel) angegeben. Das stand nur "Leipzig". Auch das bereits in der letzten Saison...Dino hat geschrieben:Warum sollte der FC St. Pauli das Markenlogo eines Getränkeunternehmens kostenlos auf seiner HP präsentieren? Dafür gibt es keinen Grund. Andere Firmen, die mit Werbung auf der Vereins-HP vertreten sind, zahlen dafür schließlich Geld. Und zudem darf sich der Verein doch wohl aussuchen, welche Firmen er als Werbe-Partner auf seine HP haben will.BöllerB hat geschrieben:Der FC St.Pauli versucht etwas für die eigene Marke zu tun und verzichtet kurz vor dem Spiel gegen Leipzig auf seiner Homepage auf das RB Logo: http://www.fcstpauli.com/home/news" onclick="window.open(this.href);return false;
Ich glaube, dass hier auch niemand behauptet, dass RB das einzige oder das größte Problem des Fußballs ist. Vielmehr ist für mich RB ein Symptom und vielleicht auch ein vorläufiger End- und Höhepunkt eines Großteils der von dir genannten Faktoren (ohne das politische und die Wettmafia natürlich) und der fortschreitenden Kommodifizierung der Ware "Fußball". Es ist sowohl ein Kind der Kommerzialisierung, der Vermarktungsmaschinerie, des handelns manchmal dubioser Sponsoren, des Konsumentverhaltens und auch zumindest des aktiven Wegsehens seitens der Verbände (auch unter Druck der regionalen Politik). Zusätzlich kommt noch die Wettbewerbsverzerrung durch das Herumgeschiebe von Spielern bei Transfers hinzu. Genug Gründe für mich RB abzulehnen, auch weil sie die genannten Prozesse wohl eher beschleunigen als alles andere - gerade, wenn man sich anschaut, wie sich der Konzern in Österreich oder in anderen Sportarten gebährt. Mit eigenen Farmteams und so weiter.Soccer_Scientist hat geschrieben:
Das ist richtig, Dino! Mir fallen aber mit Bezahlfernsehen, der Ware Fußball im TV, der Wettmafia, egomanische Vorstände, die ihre Vereine in den Ruin treiben, börsennotierten Fußballvereinen oder putinnahe Gaskonzerne als Hauptsponsoren, Nazis in der Kurve, dem fanfeindlichen Verhalten von DFB und Polizei, der Korruption der FIFA und zu guter Letzt dem Konsumentenverhalten von Fußball-Deutschland, der diese Kommerzialisierung erst möglich macht, viele Dinge ein, die dem Fußball bei weitem mehr schaden als ein Brauselieferant, der mit Hilfe eines Fußballvereins familienfreundlich sein Produkt vermarkten will.
Es macht den Verein nicht sympathischer, aber immerhin dient er als identitätsstiftendes Feindbild der wahren Fußballfans. Man hat einen Sündenbock.
Dass andere Vereine das in der Vergangenheit mit dem Logo so gehandhabt haben, war mir bereits bekannt. Beim FC St.Pauli war ich mir aber noch nicht darüber bewusst. Die Aktion passt auf jeden Fall gut zur Marke St.Pauli. Ich glaube, bei anderen Vereinen wäre nicht so massiv drüber berichtet worden.Vielleicht lag es aber auch am Sommerloch, dass die Presse überhaupt darüber berichtete und dass das St.Pauli Spiel gegen Leipzig unmittelbar bevor stand. Coca Cola als Sponsor des Vereins (warum eigentlich die und nicht so eine hippe Cola wie z.B.Fritz oder Coffaina?) wird es gefreut haben. Und auch die beiden Vereine, da es ihnen beide Publicity eingebracht hat.Revo hat geschrieben:Die "Aktion" dargestellte Pressegeschichte ist übrigens eher eine Sommerlochnummer. Meines Wissens war dieses Logo noch nie auf der FCSP-Webseite zu sehen, also auch letztes Jahr schon nicht. Es hat niemand kruzfristig irgendwas rausgenommen. Davon mal abgesehen, bei Fortuna Düsseldorf wurde nach meiner Erinnerung nichtmal der Vereinsname auf die Eintrittskarte (und Anzeigetafel) angegeben. Das stand nur "Leipzig". Auch das bereits in der letzten Saison...Dino hat geschrieben:Warum sollte der FC St. Pauli das Markenlogo eines Getränkeunternehmens kostenlos auf seiner HP präsentieren? Dafür gibt es keinen Grund. Andere Firmen, die mit Werbung auf der Vereins-HP vertreten sind, zahlen dafür schließlich Geld. Und zudem darf sich der Verein doch wohl aussuchen, welche Firmen er als Werbe-Partner auf seine HP haben will.BöllerB hat geschrieben:Der FC St.Pauli versucht etwas für die eigene Marke zu tun und verzichtet kurz vor dem Spiel gegen Leipzig auf seiner Homepage auf das RB Logo: http://www.fcstpauli.com/home/news" onclick="window.open(this.href);return false;
Ob es jetzt mit der Aktion zusammenhängt oder nicht, das fußballerische Ergebnis passt.BöllerB hat geschrieben: Die Aktion passt auf jeden Fall gut zur Marke St.Pauli.
Und zur Not ist ein Unentschieden auch in Ordnung.PiR hat geschrieben:Jede Niederlage von RB ist ein Sieg für den Fußball. Selbst gegen St.Pauli...
ich war schon mal im hartwald, wie siehts mit dir aus oder sind das nur phrasen?Und natürlich fungiert RB aufgrund seines Hintergrundes wunderbar als Symbol, was dann dazu führt, dass selbst Szenen wie Sandhausen auf ein Mal ihre "Tradition" entdecken und sich damit ihrer eigenen Identität vergewissen können.
Jup. Da ich öfters in Baden-Württemberg bin, habe ich da auch schon ein paar Spiele gesehen. Und insgesamt sind die Mannschaften des Rhein-Neckar Gebietes für mich jetzt auch keine Inbegriffe der Fußballtradition oder demokratisch getragener Strukturen. Am Ende stehen hinter Heidenheim, Sandhausen, Aalen oder auch Hoffenheim zumeist einzelne Personen aus dem regionalen wirtschaftsstarken Mittelstand. Das ist auch nicht wirklich schlimm, denn beispielsweise die Ruhrpottclubs zu ihrer Zeit sind auch nur aufgrund der Zechen groß geworden. Aber es macht diese Trennung Traditionsclub vs. Investoren/Mäzenatentum etwas albern. Sowas ist dann nur mit gezielter Ignoranz der eigenen Vereinsgeschichte aufrecht zu erhalten. Wie bereits dargestellt, ich kann mit RB nix anfangen, aber diese vor sich her getragene Monstranz der Tradition bei manchen Szenen, deren Vereine nun wahrlich nicht aufgrund der großen Bindung der Bevölkerung zum Club in der zweiten Liga spielen, finde ich dann auch fehl am Platze. Gerade weil es so viele andere Gründe gibt RB kacke zu finden.ParaRoxy hat geschrieben:ich war schon mal im hartwald, wie siehts mit dir aus oder sind das nur phrasen?Und natürlich fungiert RB aufgrund seines Hintergrundes wunderbar als Symbol, was dann dazu führt, dass selbst Szenen wie Sandhausen auf ein Mal ihre "Tradition" entdecken und sich damit ihrer eigenen Identität vergewissen können.